Ist Windenergie eine vegane Energiequelle?
Über die Vorteile & Nachteile der Windenergie in puncto Tierschutz

2024 stammten in Deutschland 59 Prozent des erzeugten Stroms aus erneuerbaren Energien. Innerhalb dieses Rekordanteils war Windkraft mit rund 31 Prozent die stärkste Energiequelle. Windenergie bleibt damit zentral für die Energiewende, steht aber weiterhin im Zielkonflikt mit Tier- und Artenschutz und gehört daher nicht zu den veganen Energiequellen. Mehr zum Thema Vorteile und Nachteile von Windkraft erfährst Du im Beitrag.
Der Ursprung der Windkraft
Menschen nutzen Wind seit Jahrhunderten, zunächst in Form von Windmühlen zum Mahlen von Getreide, später auch zum Pressen von Öl, in der Papierproduktion und vielen weiteren Wirtschaftszweigen. Das Gesicht der Niederlande prägen Windmühlen bis heute.Moderne Anlagen bestehen aus Rotor, Gondel mit Generator und Turm. Mit zunehmender Höhe nehmen Windgeschwindigkeiten zu, deshalb wurden Anlagen immer größer. Heute erreichen Onshore-Anlagen häufig 150 bis über 200 Meter Gesamthöhe, Offshore-Anlagen sind noch größer. Neuere Offshore-Turbinen liegen technisch im Bereich von 12 bis 15 Megawatt Nennleistung je Anlage.
Wie wichtig ist Windenergie heute?
Deutschland 2024: Wind war die größte Einzelquelle im Strommix. Die IEA beziffert den Anteil auf etwa 27 Prozent. Die Bundesnetzagentur meldet für 2024 rund 111,9 TWh Onshore und 25,7 TWh Offshore.
Erneuerbaren-Anteil gesamt: 2024 lag der Anteil niedriger als im sehr windreichen Vorjahr, blieb aber hoch. 2025 H1 deckten Erneuerbare laut Branchenzahlen etwa 54 Prozent des Stromverbrauch.
Tier- und Artenschutz: Wo liegen die Probleme der Windkraft?
Vögel und Fledermäuse
Pro Jahr sterben etwa 100.000 Vögel und 200.000 Fledermäuse sowie mehrere Milliarden Insekten durch die Kollisionen mit den Rotorenblättern von Windkraftanlagen.
Schutzinstrumente: vorausschauende Standortwahl, Abschaltalgorithmen bei Zug- und Aktivitätspeak, Sensorik zur Vogelerkennung, anlassbezogene Stillstände in der Dämmerung zum Fledermausschutz. Diese Maßnahmen reduzieren Risiken, eliminieren sie aber nicht vollständig.
Offshore und Unterwasserlärm
Beim Rammen von Fundamenten entsteht Unterwasserlärm. Heute kommen doppelte Blasenschleier und weitere Verfahren zur Schallminderung zum Einsatz, die die Belastung deutlich reduzieren können.
Vorteile der Windenergie
Keine Emissionen im Betrieb: Nach Bau und Installation entstehen im Betrieb keine direkten Treibhausgas- oder Schadstoffemissionen.
Hohe Energieausbeute auf kleiner Standfläche: Moderne Onshore-Anlagen liefern mehrere Megawatt, große Offshore-Anlagen deutlich mehr.
Wichtige Erneuerbare Energiequelle: Windkraft ist derzeit die stärkste Energiequelle. Sie leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Energiewende.
Nachteile der Windenergie
Gefahr für Vögel, Insekten und Fledermäuse: Die Tiere kollidieren mit den Rotorenblättern und werden verletzt oder getötet.
Lärm und Infraschall: Schall wird begrenzt, kann aber in Anlagenähe wahrgenommen werden. Das Landschaftsbild verändert sich deutlich.
Unterwasserlärm beim Offshore-Bau: Rammen erzeugt starke Schallwellen. Blasenschleier und Vergrämung reduzieren Belastungen.
Eingriffe vor Ort: Wege, Fundamente und Schattenwurf verändern Mikroklima und Lebensräume.
Ist Windenergie vegan?
Windenergie ist keine vegane Energiequelle. Denn Vegan bedeutet: keine Tiere werden verletzt oder getötet.
Windenergie verursacht jedoch den Verlust von Tierleben, vor allem durch Kollisionen von Vögeln, Insekten und Fledermäusen mit Rotorblättern.
Offshore-Bau erzeugt außerdem starken Unterwasserlärm, der Meeressäuger und Fische beeinträchtigt.
Solange Tiere nachweislich zu Schaden kommen, ist Windenergie nicht vegan.
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